Der Herbst ist Erntezeit. Die Blätter verfärben sich, die Ernte wird überall eingebracht. Es ist Zeit zu danken für all das, was uns geschenkt wird. „Aller Augen warten auf Dich, o Herr, und Du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.“ In dieses gesungene Psalmwort stimme ich gerne mit ein. Und doch, irgendwie ist der Lack ab vom Erntedankfest. Und das nicht nur, weil kaum noch jemand in der Landwirtschaft arbeitet und der Dank für die Stromernte des Balkonkraftwerks doch reichlich abstrakt ist.
Es regnet eben nicht überall gleichermaßen. Auch in unserem Land werden die Sommer immer trockener. Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen und hat Konsequenzen. Dramatisch ist es in Afrika, wo ganze Regionen vertrocknen. Und wenn dann noch Seehäfen blockiert und Getreideexporte aus der Ukraine zum Kriegsmittel werden, dann wird es immer unerträglicher.
Es ist kaum auszuhalten. Gerade jetzt ist es darum umso wichtiger klar, zu sehen. Alles, was wir zum Leben brauchen wird uns geschenkt: Die Nahrung, der Sauerstoff und genauso die Liebe. Worauf es ankommt, ist Geschenk, eine Gabe Gottes. Dies Gabe gehört allen Menschen und der gesamten Schöpfung gleichermaßen. Der Erde kann uns alle ernähren, wenn wir es gerecht verteilen. Erntedank ist ganz aktuell. So schmücken wir die Kirchen mit Erntegaben und loben Gott. Der Psalm geht weiter: „Du tust deine milde Hand auf, und erfüllst alles, was da lebt, mit Segen. So sei es! Amen.
Ihr Thielko Stadtland
Propst im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf

