Für mich ist der Inbegriff des Urlaubs der Abstand. Einmal Abstand nehmen zu können, von dem, wo ich sonst bin, was ich sonst immer mache, worauf ich sonst immer achten muss.
Einmal raus aus dem Hamsterrad und den Routinen. Die Dinge einmal mit anderen Augen sehen. Das ist wie beim Fotografieren, wenn ich mit der Kamera das Besondere suche, das es dort im Anderen gibt. Die Farben, die Szenerie, das Neue und Eigentümliche suchen, finden und festhalten. Auch deshalb machen wir wohl soviel Urlaubsfotos. Und es tut zuhause gut, sich daran noch einmal zu erinnern - es im Bild sinnbildlich noch einmal zu sehen und dabei zu spüren wie es war. Für mich gibt es da eine überraschende Nähe zu dem, was beten ist. Schon von Jesus wird mehrfach berichtet, dass er sich immer wieder einmal zurückzog, um zu beten. Zum Beispiel auf einen Berg. So etwas hilft, sich dem Himmel zu öffnen und den Kontakt zu Gott zu suchen. Wie im Urlaub einmal still zu werden und das kommen zu lassen, was kommt. Schweigen im Bewusstsein, dass Gott mich sieht und mir jetzt etwas sagen kann. Und gleichfalls umgekehrt ich ihm das sagen kann, was dran ist. Und das, was mir jetzt klar wird. Dabei entsteht Neues und Verbindung zu Gott: Einsichten, Erfahrungen, Selbsterkenntnisse und das Gefühl geborgen zu sein können kommen. Holy moment, ein heiliger Moment – im Urlaub und anderswo.

Heiliger Moment
Pastor Jörg Henke, Vertretungspastor im Kirchenkreis, zZt Hohenfelde-Hörnerkirchen
So mancher kehrt in diesen Tagen vom Urlaub zurück, für andere hat er begonnen oder beginnt demnächst. Welche Erfahrungen, welche Einsichten, ja welche Selbsterkenntnisse bringen wir mit?
Veröffentlicht am Fr. 14.08.2026
