Gut, dass wir einander haben!

Pastor Andreas Chr. Kosbab, Ev.-Luth. St. Johannes-Kirchengemeinde Kremperheide

Der Sommer 2026 ist praktisch schon wieder vorbei. In Teilen unseres Landes war er nicht gerade groß, so auch bei uns (mit Ausnahmen).

Doch im Südwesten unseres Landes und in Teilen Europas war er extrem heiß und trocken. Ebenso extrem war das, was durch Hitze und Trockenheit begünstigt wurde: Die fürchterlichen Wald- und Flächenbrände. In Spanien, in Frankreich, im Hohen Venn, im Hürtgenwald und andernorts. 

Und damit bin ich bei dem, was mir aus diesem Sommer in besonderer Weise in Erinnerung bleibt, nämlich bei der unglaublichen Hilfsbereitschaft! Da spielten Staatsgrenzen keine Rolle mehr, es wurde grenzübergreifend geholfen und angepackt. Da arbeiteten Berufs- und Freiwillige Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Streitkräfte, Polizei und Landwirte Hand in Hand. 

Auch die Bewohner der betroffenen Gegenden waren aktiv, versorgten die Einsatzkräfte, unterstützten sich gegenseitig. Niemand stand abseits, alle waren vereint – im Kampf gegen das Feuer, im Kampf für Leben, Eigentum und Heimat. Es war ein beeindruckendes Miteinander. Menschen vereint für eine Sache. Ohne Scheuklappen, Mauern und Ressentiments. Menschen für Menschen. Ohne Ansehen der Person. Etliche Menschen haben im Einsatz sogar ihr Leben gelassen. 

Das hat mich nicht nur beeindruckt und gerührt, es hat mir auch Mut und Hoffnung gegeben für die Welt, in der innere wie äußere Grenzen, Gleichgültigkeit und Egoismus so oft die Oberhand zu haben scheinen. Das Gute im Menschen, seine Fähigkeit zu Mitleid und Anteilnahme ist noch da und zeigt sich, wo und wann nötig. 

Gott sei Dank, dass Menschen immer noch so handeln, wie er es sich vorstellt, indem sie einander helfen.

Pastor Andreas Chr. Kosbab, Ev.-Luth. St. Johannes-Kirchengemeinde Kremperheide

 

Hier finden Sie weitere Worte zum Sonntag aus unserem Kirchenkreis.

Veröffentlicht am Fr. 11.09.2026