An diesem Sonntag feiern Christen Trinitatis – das Fest der Dreieinigkeit. Die Bibel erzählt von Gott auf unterschiedliche Weise: Da ist Gott als Schöpferkraft – wie der warme Wind, der durch die Felder streicht, wie das Licht am frühen Morgen, wie das Leben selbst. Da ist Jesus – Gott mit Haut und Haaren, einer, der Menschen berührt, mit ihnen isst, lacht, weint und ihre Geschichten ernst nimmt. Und da ist der Heilige Geist – unsichtbar und trotzdem spürbar. Wie Rückenwind. Wie ein guter Gedanke. Wie Mut, der plötzlich da ist. Drei unterschiedliche Bilder. Drei Erfahrungen. Und doch immer ein und derselbe Gott. Vielleicht wollten die Menschen der Bibel damit sagen: Gott lässt sich nicht festlegen. Nicht in eine einzige Schublade, nicht in eine Definition, nicht einmal in ein einziges Bild. Gott ist größer. Beweglicher. Überraschender.
Ich mag diesen Gedanken. Gerade jetzt im kommenden Sommer. Denn auch der Sommer selbst lässt sich nicht festhalten: Er riecht mal nach Sonnencreme und mal nach Regen auf heißem Asphalt. Er schmeckt nach Erdbeeren, Freibadpommes und Abendluft. Manchmal laut und voller Leben, manchmal still und golden. Und wer weiß, vielleicht ist Gott genau dort zu finden: im Lachen auf dem Balkon, im Wind am Meer, im Schatten eines alten Baumes, im Gespräch nach einem langen Tag. Vielleicht auch in den kleinen Momenten, die wir fast übersehen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Gott auf die Spur kommen, etwas erahnen, was das bedeutet: „Alle guten Dinge sind drei“ und die Freiheit von Gottes Vielfalt darin erkennen.
Pastorin Miriam Pietzsch
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