Gott hat ein Auge auf uns

Stefanie Warnke, Pastorin in Hohenaspe

In diesen Wochen wurden und werden viele Jugendliche in unseren Gemeinden konfirmiert. Sie sagen Ja zu ihrem Glauben und Ja zu Gott. Was ist das für ein Gott, zu dem sich die Konfirmierten bekennen?

Eine der populärsten und ältesten Vorstellungen von Gott ist das Bild vom guten Hirten. Er führt, bewahrt und begleitet. Schützt vor Feinden, tröstet und schenkt Hoffnung. Er steht in Krisenzeiten an unserer Seite und sucht das, was verloren scheint.

Ein weiterer Gedanke zu diesem Bild erscheint mir wichtig: Ein Hirte ist kein Marionettenspieler und auch kein Zauberer. Er bestimmt weder was wir zu reden, wo wir zu stehen oder wie wir zu gehen haben. Noch räumt er auf magische Weise unsere persönlichen Probleme aus dem Weg oder beendet per Fingerschnips alle Krisen dieser Erde.

Vielmehr gibt ein Hirte seinen Schafen genau das, was sie gerade brauchen. Er ermöglicht beispielsweise Freiheit, um Dinge zu tun oder auch zu lassen. Wir können verschiedenste Wege im privaten, beruflichen oder auch kirchlichen Umfeld ausprobieren. Das dürfen wir mutig tun. Denn der gute Hirte hat ein Auge auf seine Schafe. Sicher beschützt er uns nicht vor allen Klippen des Alltags. Doch er wird dafür sorgen, dass wir den Weg aus dem finsteren Tal herausfinden.

Vielleicht sehen die Wege anders aus, als wir sie uns gewünscht haben. Auf jeden Fall werden sie mit Gott an unserer Seite vielfältig und hoffnungsfroh sein.

 

Stefanie Warnke, Pastorin in Hohenaspe

Veröffentlicht am Fr. 03.05.2024