Die Wahrheit dieses Satzes spürte ich wieder letztens, als ich bei Ikea in der Schlange stand: Glücklicherweise hatte ich als erster bemerkt, dass sich von hinten eine Kassiererin näherte und sich anschickte, die Kasse 19 zu öffnen. In der Meinung, vielleicht ein wenig glücklicher aus dem Möbelmarkt zu gehen als die anderen, löste ich mich flugs aus der Schlange und stand plötzlich ganz unerwartet auf Startposition eins. Doch dann kam es, wie es kommen musste: Probleme mit der Bon-Rolle! Kasse 19 wurde wieder geschlossen. Ich durfte mich unter den schadenfrohen Blicken der anderen Kunden nochmals ganz hinten anstellen.
Hätte ich mir doch diesen Schmetterlingsspruch zu Herzen genommen! Oder das Wort Jesu: „Wer unter euch könnte sein Leben dadurch verlängern, dass er sich sorgt? Sorget nicht, denn Gott sorgt für euch“. Du brauchst dir dein Glück nicht erzwingen. Du kannst Gott vertrauen und mit Ruhe und Zuversicht Ausschau halten nach dem Glück, das Gott dir schenken wird oder schon geschenkt hat. Statt mich durch mein Jagen nach dem Quäntchen Mehrglück selbst unglücklich zu machen, hätte ich auch ganz entspannt in meiner Ikeaschlange stehen bleiben können. Hätte in Ruhe auf den Schmetterling warten können, den Gott mir auf die Schulter flattern lassen wollte: ein anregendes Gespräch mit meinen Mitwartenden, einige Scherze mit nörgelnden Kindern, ein paar innere Freudenhüpfer über die Schnäppchen im Einkaufswagen oder einfach die Augen schließen und ein bisschen dösen. Das will ich nächstes Mal besser machen: Still halten, damit der Schmetterling sich setzen kann.
Pastor Dirk Fanslau, Ökumenische Arbeitsstelle Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf

