Liebe Leserinnen und Leser!
Das Wetter in den Kasseler Bergen war furchtbar, als ich dort in der vergangenen Woche unterwegs war. Die Wolken hingen tief über den Tälern, der Regen peitschte gegen die Windschutzscheibe und die Lastwagen spritzen zusätzlich Fontänen über die Autobahn. Die Sicht war miserabel, manchmal konnte ich nur wenige Meter überblicken. Und dann auch noch der Stau!
Ich musste mich also völlig auf das Autofahren konzentrieren und war am Ende reichlich geschafft. Dennoch fühlte ich am Ziel eine tiefe Dankbarkeit: Gott sei Dank! Denn ich bin bewahrt geblieben. Und nicht nur ich selbst. Denn auf der langen Fahrt bin ich an keiner Unfallstelle vorbei gekommen. In solchen Fällen pflegt die Polizei zu sagen, dass die Menschen vernünftig und dem Wetter angepasst gefahren seien. Das stimmte. Aber ich denke darüber hinaus, dass Gott uns in solchen Wetterlagen und ebenso in mancher Unaufmerksamkeit auch bei gutem Wetter vor Schlimmem bewahrt hat. Schließlich ist es keineswegs selbstverständlich, dass wir meist unfallfrei durch den Straßenverkehr fahren.
Dass wir unser Reiseziel unversehrt erreichen, dass wir aus dem Urlaub wieder heil nach Hause zurückkehren und dass wir einander nach einer langen Reise wiedersehen. All das ist einen Gedanken an Gott wert. Nämlich Besinnung und Dank für allen Schutz, den wir erfahren konnten. Und dazu die tägliche Bitte, dass Gott uns auf unseren Wegen weiterhin bewahren möge – zur Schule, zur Arbeit, zum Einkaufen. Wie man es sich früher mit einem alten irischen Segen wünschte: „Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen, Wind dir den Rücken stärken, Sonnenschein dir Glanz und Wärme geben! Und bis wir beide, du und ich, uns wiedersehen, halte Gott dich schützend in seiner hohlen Hand!“
Pastorin Antje Stümke, Kirchengemeinde Barmstedt

