Fremde Worte in unserer Zeit. Gründe zur Furcht gibt es genug. Antisemitisch motivierte Gewalt. Heute vor einem Jahr der Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg. Vor neun Jahren auf dem Berliner Breitscheidplatz. Eine große deutsche Tageszeitung schreibt damals die Zahl der Opfer groß auf ihren Titel. Eine andere: “Fürchtet euch nicht.”
Auch in der Nacht der Geburt Jesu gab es Gründe zur Furcht. Nicht wenige sogar. Der Friede seiner Zeit wird nur mit brutaler militärischer Machtausübung bewahrt, autoritäre Machthaber unterdrücken das Volk. In diese Welt schickt Gott seinen Sohn als “Friedefürst”. Und legt sich damit fest, dass sein Wille eine Welt ist, in der Friede die Furcht besiegt.
Wo Angst sich ausbreitet, Furcht und Misstrauen gesät, Feindbilder gezielt bedient werden, da ist der Frieden in der Gesellschaft in Gefahr. Davor sollten wir uns zu Recht fürchten. Vor allen, die mit Gewalt gegen die Werte unseres Zusammenlebens in der Demokratie vorgehen.
“Fürchtet euch nicht.” Das heißt nicht, blind zu sein gegen Gefahren. Es heißt, am Vertrauen auf Gott festzuhalten. Und aus diesem Vertrauen heraus nicht aufzuhören, versöhnlich zu handeln, willkommen zu heißen, wer sich nach Beheimatung sehnt, zu widersprechen, wo gehetzt wird. Und wo Angst sich ausbreitet, Mut zu machen. Damit es eines Tages auch in unserer Welt vertraut klingen kann, wenn wir hören: “Fürchtet euch nicht.”
Pastorin Dr. Wiebke Bähnk, Innenstadtgemeinde Itzehoe

