Frühjahr: Alle Zeichen auf Neubeginn und Hoffnung

Pastorin Geske Leweke, Horst

Sie sind zurück! Schon von Weitem kann man sie hören – dieses raue, schnarrende Geräusch. Dazu das Rauschen ihres Flügelschlages.

Noch bevor sie in unser Blickfeld geraten, nehmen wir sie wahr. Und dann sind sie direkt über uns – fliegen in ihrer Formation. Kreisen, scheinen eine Pause einzulegen. Wechseln ihre Plätze, formieren sich neu und fliegen weiter.

Jedes Mal, wenn sich die Kraniche sammeln, einander zurufen und gemeinsam auf dem Weg sind, stellt sich bei mir ein besonderes Gefühl ein. Mein Herz pocht – auf sie ist Verlass. Aufbruchstimmung, nun beginnt eine neue Zeit. Aufregung und Neugier – was wird nun kommen? Ehrfurcht vor dieser eingespielten Gemeinschaft, in der jeder seinen Platz zu haben scheint. Es gibt so viele Zeichen und Wunder um uns herum, von denen wir lernen könnten. Die uns vorleben: So hat sich Gott ein Miteinander vorgestellt.

Er will mit uns auf dem Weg sein. Ist es möglich, dass wir das Rauschen seines Heiligen Geistes, der uns anregen, beleben, erneuern will, vielleicht gar nicht mehr wahrnehmen? Gerade im Frühjahr, kurz vor Ostern, stehen doch alle Zeichen auf Neubeginn und Hoffnung. Formieren wir uns also neu – finden unseren Platz und lassen Raum für unseren Nachbarn. Breiten unsere Flügel aus, wie die Kraniche und spüren Gottes Atem, der uns antreibt. Auf ein Abendteuer. Hinaus in das Leben. Mit ihm.

Pastorin Geske Leweke, ev.-luth. Kirchengemeinde Horst

Veröffentlicht am Do. 14.03.2024