Ein Ort ohne Leid, Tränen und Geschrei

Corinna Schmucker, Pastorin der Friedenskirchengemeinde Elmshorn

Wie einst Lazarus, können wir Jesus um Hilfe bitten.

Es ist alles vorbei. Aus und vorbei. Die Totenglocke erklingt und wir gehen die letzten Meter bis zum offenen Grab. Hier endet ein langer Weg aus Hoffen und Bangen, aus Bitten und Beten, aus Tränen und schlaflosen Nächten und wir alle wissen: Es wird nie wieder sein, wie es war. Alle Blicke richten sich nach vorne, wo die Pastorin noch Worte spricht und Sand in das Grab streut.

Es ist so endgültig. Die Pastorin lächelt und sagt dann voller Überzeugung „Jesus Christus spricht: Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ Ein seltsamer Satz neben diesem dunklen Loch, aber er lässt mich nicht mehr los. Er beschäftigt mich und später lese ich in der Bibel nach, was im Evangelium des Johannes im 11 Kapitel geschrieben steht, denn daher stammt dieses Zitat.

Es ist die Geschichte von Lazarus. Er ist ein Freund von Jesus, er ist krank, er stirbt, er wird begraben. Und seine Freunde und Familie sind unendlich traurig und bitten Jesus um Hilfe. Und Jesus hilft. Mit den kraftvollen Worten: „Lazarus, komm heraus!“ ruft er ihn zurück ins Leben. Und Lazarus tritt lebendig aus seiner Grabhöhle. Was ist, wenn das heute auch noch funktioniert? Wenn ich Jesus um Hilfe bitte, dann hilft er mir. Und die Toten sind nicht tot, sondern lebendig. An einem anderen Ort, an dem es kein Leid, keine Tränen, kein Geschrei mehr gibt. Das klingt himmlisch.

Veröffentlicht am Fr 17.09.2021