Aber wann genau ist man eigentlich ein ehrlicher Mensch? In diesem Jahr gibt es die Fastenaktion „Sieben Wochen ohne Lügen“. Klingt im ersten Moment gar nicht so schwer. Aber was sage ich, wenn mir das selbstgekochte Essen wirklich nicht schmeckt, ich aber weiß, mit wieviel Mühe und Liebe es extra für mich zubereitet worden ist? Es gibt so viele Dilemmata, in denen wir uns tagtäglich wiederfinden. So leicht rutschen uns kleine Ausflüchte und „Notlügen“, wie wir sie gerne abmildernd nennen, über die Lippen. Ohne großartig darüber nachzudenken, sagen und tun wir Dinge, die bei genauerem Hinsehen nicht unbedingt ehrlich sind. Dabei kommt es leider immer wieder dazu, dass wir einander verletzen und enttäuschen. „Sieben Wochen ohne Lügen“ – ist das möglich? So ganz können wir vielleicht nicht aus unserer Haut. Aber zumindest will ich mich bemühen. Ich will achtsamer mit meinen Worten und Taten umgehen. Ich will versuchen, erst zu denken und dann zu reden – in diesen sieben Wochen und hoffentlich darüber hinaus. Möge Gott mir Geduld dazu geben, denn ich bin doch hoffentlich ein ehrlicher Mensch.
Ehrlichkeit
Pastorin Geske Leweke, Kirchengemeinde St. Jürgen / Horst
Ich bin ein ehrlicher Mensch! Wer würde das nicht im Brustton der Überzeugung von sich behaupten?
Veröffentlicht am So. 31.03.2019

