So wird der „entschwindende Christus“ auf vielen Bildern dargestellt. Sie versuchen, das Himmelfahrtsereignis als Momentaufnahme sichtbar werden zu lassen.
Oft sind zusätzlich noch zwei Fußabdrücke auf dem Boden unter Jesus zu sehen. Damit wollten die Künstlerinnen und Künstler zeigen, dass es nicht nur der Geist Jesu war, der gen Himmel stieg, sondern der leibliche auferstandene Christus. Es war ihnen wichtig hervorzuheben, dass Jesus seine Spur auf der Erde hinterlassen hat, Fußstapfen, in denen wir wandeln können.
Wenn ich an Himmelfahrt denke, merke ich, dass mein Fokus oft nur am Himmel hängt. Mein Blick geht allein in die Höhe: Gibt es neben den Himmel über mir noch einen anderen Himmel? Da, wo das Paradies ist? Wie ist dieser Himmel? Wie sieht es dort aus? Und kommen wir alle dort hin?
Ich hänge lange diesen Fragen nach. Dabei steckt in Himmelfahrt auch der Himmel auf Erden. Jesu Fußabdrücke sind nicht nur weit weg im Himmel, sondern ich kann den Himmel überall hier auf der Erde wahrnehmen. Dort, wo ich in meinem Alltag Jesu Fußspuren erahne: In einer schönen Begegnung, in einem tröstlichen Gespräch, in einer helfenden Hand. Wo Menschen sich für das Leben einsetzen. Ich will nach diesen Spuren Ausschau halten und in ihnen gehen. Da, wo ich seine Füße gerade noch entschwinden sehe – als hätte ich ihn auf frischer Tat ertappt.
Miriam Pietzsch, Pastorin in Kiebitzreihe

