Dem Himmel so nah

Pastorin Antje Stümke

Sommersonnenwende – längster Tag des Jahres. Wir sitzen draußen, genießen die warme Luft und den Himmel, der in diesen Junitagen nie richtig dunkel wird.

Urlaubstimmung kommt auf, die Erinnerung an himmlische Tage. Und Sehnsucht nach dem Himmel.

Manch einer steht dann früh auf, um die Sonne am Horizont über dem Meer aufgehen zu sehen und die Kraft des Lichtes in sich hineinfließen zu lassen. Andere sitzen in Kollmar am Deich und sehen die Sonne über der Elbe untergehen und den Himmel in allen Rottönen leuchten.

Noch andere steigen auf Berge, um dem Himmel am Gipfelkreuz ein Stück näher zu sein, um die reine Luft dort oben zu atmen und den unverstellten Rundblick in alle Richtungen zu genießen. Und wieder andere unternehmen lange Deichspaziergänge, immer dem Wind entgegen und den Blick auf die jagenden Wolkenberge gerichtet, um sich Ärger und Sorge vom Herzen blasen zu lassen.

Und wenn sich dann ein Regenbogen von einem Ende des Himmels zum anderen spannt, ist es, als könnten wir auf dieser Brücke aus Licht und Farben zu Gott selbst emporsteigen. "Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen." So betet ein Beter der Bibel. Gerade im Sommer und in der Urlaubszeit können wir in sein Gebet einstimmen. Wir können Gott loben für seine grenzenlose Güte, die uns jeden Tag mit neuer Kraft ausrüstet. Die uns Zeit zum Innehalten und Atemholen, zum Schauen und Staunen schenkt. Im Urlaub, aber auch darüber hinaus.

Denn Gottes Wahrheit verschafft uns den nötigen Weitblick, so dass wir auch im Alltag den Überblick über unsere Aufgaben behalten und diese mit Lust erfüllen können – unserem Gott im Himmel so nah.

Ihre Pastorin Antje Stümke

Veröffentlicht am Mi. 19.06.2019