Das Wort zum Palmsonntag

Pastor Thomas Bruhn, Kirchengemeinde Krempe

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, auch Stille Woche genannt. Festliche Stimmung, vorweggenommene Osterfreude, das ist Palmsonntag und die Ereignisse vor Ostern steuern auf ihren Höhepunkt zu.

Morgen beginnt mit Palmsonntag die Karwoche, auch Stille Woche genannt. Die Ereignisse vor Ostern steuern auf ihren Höhepunkt zu. Der Sonntag erinnert an die Erzählung, wie Jesus in Jerusalem einzieht, alles andere, als ein prachtvoller Einzug.

Fast lächerlich wirkt, wie Jesus auf einem Esel reitend in die Stadt kommt. Er bietet als sanftmütiger Gottessohn ein friedliches Gegenbild zu weltlichen Herrschern. Trotzdem behandeln die Menschen ihn wie einen königlichen Gast. Sie legen ihre Kleider auf den Weg und schwenken unter Jubelrufen Palmzweige als Symbol für den Sieg. Gelobt sei, der da kommt, so rufen sie.

Festliche Stimmung, vorweggenommene Osterfreude, das ist Palmsonntag. Tochter Zion, freue dich, sieh, dein König kommt, zu dir: Das bekannte Adventslied wurde ursprünglich für Palmsonntag geschrieben.

Noch ahnen die Wegbegleiter Jesu nichts von den Ereignissen an Karfreitag am Ende dieser Woche. Es ist ein großer Spannungsbogen vom Einzug in Jerusalem und dem letzen Abendmahl, dem Verrat des Judas an Jesus in der Nacht auf Karfreitag. Spott und  Folter bis zur Kreuzigung folgen. Und am Ostermorgen ist erst keine Freude, sondern Entsetzen, Ratlosigkeit und Verwirrung durch das leere Grab.

Erst langsam bricht sich die Erkenntnis Bahn: Jesus ist auferstanden, er lebt, nachdem die ersten Zeugen berichten, dass sie ihn gesehen haben. Aus Zweifel wird Gewissheit. Gott spricht: Ich will ihr Trauern in Freude verwandeln (Jeremia 31,13) lautet die Losung für morgen. Wir können sie gut gebrauchen für eine fröhliche Osterzeit.

 

Pastor Thomas Bruhn, Kirchengemeinde Krempe

Veröffentlicht am Fr. 31.03.2023