Bereit für die Extraportion Leben?

Pastor Hartmuth Wahnung, Zum Guten Hirten Elmshorn

Erliegen Sie nicht dem Betäubungseffekt des Kreuzes.

Kennen Sie den „Notfallaufnahme-Betäubungseffekt“? Stellen Sie sich eine absolut tiefenentspannte Mitarbeiterin an der Klinik-Anmeldung vor. Sie ist tagtäglich mit extremen Verletzungen konfrontiert, für sie ist das pure Normalität. Ein Dialog mit ihr sieht vermutlich genau so aus: „Guten Tag. Ah, Sie haben ein Beil im Kopf? Ja, ich sehe es. Bitte füllen Sie erst dieses Formular aus: Name, Adresse, Versicherungsnummer. Der Arzt kommt dann in einer halben Stunde…“ 

Bewundernswert, oder? Mir persönlich fehlt diese professionelle Coolness völlig. Mein Gesicht weist bereits deutliche Anzeichen von Blässe auf, wenn sich bei jemandem nur mal eben der Fußnagel nach hinten umlegt! 

Genau diesem Betäubungseffekt erliegen heute viele beim Kreuz. Über die Jahre hat es sich vom Folterinstrument zum Mode-Accessoire entwickelt. Wir haben uns schlicht daran gewöhnt. 

Aber das Kreuz darf nicht bequem werden – es besitzt den Gemütlichkeitslevel eines Kaktuskissens. Am Kreuz prallt alles aufeinander: die Bosheit des Menschen und der Charakter Gottes – seine unverschämte Gnade und seine sehnsüchtige Bewegung auf den Menschen zu. 

Der Monatsspruch für August bringt das auf den Punkt: „Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Johannes 10,10). Das Kreuz schlägt die Brücke zu einer tiefen Gemeinschaft mit Gott. Es wirkt wie der Durchstich beim Tunnelbau: Der Tunnel ist nicht fertig, aber der Weg ist unaufhaltsam gebahnt! 

Erliegen Sie nicht dem Betäubungseffekt. Das Kreuz ist und bleibt der Startschuss für eine Extraportion Leben aus Gottes Fülle!

Pastor Hartmuth Wahnung, Zum Guten Hirten Elmshorn

 

Hier finden Sie weitere Worte zum Sonntag aus unserem Kirchenkreis.

Veröffentlicht am Fr. 31.07.2026