Ich freue mich auf Lichter in den Fenstern, auf geschmückte Häuser, auf Gemütlichkeit bei Kerzenschein, auf lächelnde Gesichter, auf den Besuch von Weihnachtsmärkten.
Ich freue mich auch auf die Gottesdienste im Advent auf das Singen der altvertrauten Lieder…
Das war der Beginn meines Wortes zum Sonntag im Advent 2010 – in diesem Jahr ist bekanntermaßen Alles anders… und trotzdem ist Advent. Es ist mehr als das, was mir in diesem Jahr so fehlt. Advent ist Warten auf das Kommen Gottes in unsere Welt. Wir warten auf die Geburt Jesu, die die Welt verändert. Warten und sich vorbereiten, in Ruhe, Stille, ohne Glühwein im Gedränge vieler Menschen, ohne Bummeln über Weihnachtsmärkte ohne Treffen mit Freunden – ohne all die liebgewordenen Gewohnheiten – dafür mit Sorgen um Menschen im eigenen Umfeld: Ich sehe, wie Menschen unter den Kontaktbeschränkungen leiden, ich spüre die Ungewissheit, wie es weitergeht mit der Arbeitsstelle, in der Schule? Wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft? Driftet sie weiter auseinander?
Schaffen wir es trotz unserer Nöte, die anderen zu sehen, die in Not und Elend leben? Die bei uns Schutz suchen? Oder schotten wir uns weiter ab?
Während ich mir diese Gedanken mache, genieße ich abendliche Spaziergänge; ich sehe die vielen Lichter, die Menschen in ihren Fenstern, Gärten, Balkons und Häusern angezündet haben – wie immer im Advent – eher ein bisschen mehr als sonst.
Und ich spüre, dass in diesem Jahr in einer für mich neuen Weise Gott, Jesus ein Licht in die Welt bringen wird. Mitten in unsere Dunkelheiten hinein zeigt Gott, dass er mit uns geht, uns nicht allein lässt.
Lassen Sie uns dafür sorgen, dass dieses kleine Licht, dieser kleine Hoffnungsschimmer nicht ausgeht, sondern sich weiter verbreitet, weiter in die Welt getragen wird, zu den Menschen, die es besonders brauchen, die unsere Hoffnung besonders brauchen.
Britta Stender, Pastorin in der Friedenskirchengemeinde

