Trotzen und Motzen und gesegnet werden

Dietmar Gördel, Pastor in St. Jakobi Itzehoe

Schlaf. Davon bekommen wir nicht zu viel auf dem Sommerlager der Pfadfinder.

Mit gut 100 Kindern und Jugendlichen sind wir an der Ostsee. Viel gibt es zu erleben, spielen, singen, schnitzen. Und wenn es nach dem Abschlusskreis am Lagerfeuer ins Zelt geht, ist immer noch viel zu erzählen.

„Trotzen und motzen mit Jona“ heißt das Thema. Spannend zu erleben, dass das keine Geschichte ist, die fast dreitausend Jahre alt ist, sondern dass Gott heute noch mit uns so handelt. Er beruft Einzelne, etwas in seinem Auftrag zu tun. So haben wir beim ersten Gottesdienst unsere Mitarbeiter, darunter viele Jugendliche, gesegnet für ihre Aufgaben. Und es ist toll zu sehen, wie sie die Herausforderungen annehmen, trotz Schlafmangels.

Wenn Ihnen die Aufgaben und Herausforderungen zu viel werden und der Schlaf zu kurz kommt, wenn Sie sich tief unten fühlen, wenn Sie merken, dass Ihr Weg nicht weitergeht, dann machen Sie es wie Jona: Fangen Sie an zu beten. Mit ganz eigenen, einfachen Worten, oder mit Erinnerungen an alte Gebete. Wie Jona, der einen alten Psalm betete: „In meiner Not rief ich zum Herrn und er antwortete mir. Ich schrie zu dir aus dem Totenreich, und du hörtest meine Stimme!“ (Jona 2,3). Trotzig und motzig, aber auch ganz zerschlagen können wir zu Gott kommen – und er weist uns nicht zurück, sondern hört und gibt eine neue Chance. Nachzulesen im Buch Jona im Alten Testament, eine gute Lektüre für den Sommer, nicht nur für Pfadfinder, sondern für alle, die einen guten Weg für ihr Leben suchen.

Dietmar Gördel, Pastor in St. Jakobi Itzehoe

Veröffentlicht am Sa 06.07.2019