Friedensklimaschutz

Pastor Jens Haverland, Ökumenische Arbeitsstelle im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf

„Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.“

Was für ein Vertrauen! Oder, welch Naivität? Der hier schreibt hat den 2. Weltkrieg erlebt und ist im KZ umgekommen: Dietrich Bonhoeffer.

Seine Gedanken beeindrucken mich. Gleichzeitig beginne ich nach Gegenargumenten zu suchen. Wie kann aus Krieg, Umweltzerstörung oder Hassrede im Internet etwas Gutes entstehen? Grade angesichts täglich zu lesendem Hatespeech in sozialen Netzwerken, den riesigen Bränden in Südamerika und Zentralafrika oder angesichts über 65 Millionen Todesopfern im 2. Weltkrieg?

 „Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“

Schwer auszuhalten finde ich die Vorstellung, dass die Fehler und Irrtümer meiner Eltern- und Großelterngeneration notwendig gewesen sein sollten. Als Kind bin ich mit dem Satz aufgewachsen: Im Krieg gibt es keine Gewinner, sondern alle sind Verlierer.

„Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.“

Beten und überlegtes Handeln waren für Bonhoeffer notwendige Reaktionen, um aus Fehlern zu lernen. Diese Zuversicht hilft mir, mit meinen eigenen Fehlern umzugehen. Wie Bonhoeffer will ich auf die Vernunft meiner Mitmenschen und auf einen verlässlichen Gott vertrauen können. Und damit kann ich auch heute wieder neu beginnen.

 

Jens Haverland, Ökumenepastor

Veröffentlicht am Do 29.08.2019