Borsfleth

Gemeindebüro

Christa Schubring
Am Kirchplatz 19a
25348 Glückstadt

Telefon: 04124 2009
Fax: 04124 2000
E-Mail: kirchenbuero@kirche-glueckstadt.de

Öffnungszeiten

dienstags und freitags von 9 bis 12 Uhr
donnerstags ab 14 Uhr.

Kirche

St.-Urban-Kirche

Die St.-Urban-Kirche wurde 1307 erstmals urkundlich genannt.
1899 wurde der 40 Meter hohe Turm errichtet, der den ehemaligen hölzernen Glockenstuhl ersetzte.
Neugotisch wie der Turm, wenn auch gut 20 Jahre älter, ist der mehrseitige Altarraum. Aber auch das Kirchenschiff ist nicht mehr das ursprüngliche: Der größte Teil des alten Backsteinbaues aus der Mitte des 13. Jahrhunderts musste nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut werden. An der Nordwand können wir außen noch Reste des alten Mauerwerks mit einem einfachen Gesims entdecken.
Ältestes Inventar der Kirche ist eine romanische Taufe aus Granit, deren ursprünglicher Fuß fehlt. Vom ehemaligen Barockaltar (1646) stammt das große Gemälde "Ecce homo" ("Sehet, welch ein Mensch") - es hängt jetzt an der Nordwand
.

Die geschnitzte Eichenkanzel von 1638 stammt aus der Werkstatt des Jürgen Heitmann in Wilster und wurde von der Familie Möller gestiftet.
Die Orgel wurde 1856 von Wohlien ein- und 1895 von Marcussen umgebaut
Im Altarraum ist auch moderne Kunst zu Hause: "Ein Bild für den Frieden", 1983 von dem Borsflether Maler Kokemüller in Spritztechnik auf Leinwand geschaffen. Außerdem sehen wir noch ein steinernes Epitaph (von 1727, Pastor Klüver) und ein gemaltes, das sogenannte "Sommersche Epitaph" (von 1690, renoviert 2005).

Südlich der Kirche steht inmitten eines großen Gartens mit altem Baumbestand das Pastorat, ein reetgedecktes sog. Husmanshus oder Kreuzhaus ("Krüzhus") von 1816. Es bezeugt, dass die Marschbauern damals zu den Wohlhabenden im Lande gehörten und ihre Pfarrstellen gut dotiert waren. Heute ist das Pastorat vermietet. Die Pfarrstelle ist anteilig mit der Pastorin Sandra Starfinger besetzt.

Die Turmsanierung ist abgeschlossen, zwei neue Bronzeglocken wurden angeschafft. Zurzeit werden Spenden für die Renovierung der Orgel gesammelt.

Kirchengemeinderat

Hans-Hermann Bahr

Michael Boldt

Christiane Gehner

Dirk Lorenzen

Gertrud Ruhser

Christina Schmidt-Paulsen

Synodale: Adalbert König, Christiane Gehner (stellvertr.)

Gemeindeprofil

Die Kirchengemeinde hat ca. 550 Gemeindeglieder und ist ländlich geprägt.

Küsterin

Küsterin: Resi Lipinski
Telefon: 04824 300855

Kirchenmusiker

Stephan Reinke, Wilster

Gruppen und Kreise

Kindergottesdienst: monatlich nach Absprache - Sonja Lipinski-Mescia, Marina Kardel, Maren Ockels, Kirstin Rausch, Anngret Thamling

Seniorenkreis:
jeden letzten Mittwoch im Monat, 15.00-17.00 Uhr im Gemeindehaus Ansprechpartnerin: Gertrud Ruhser, Borsfleth

Friedhof

Verwaltung durch das Kirchenbüro in Glückstadt.

Neue Glocken für die Gemeinde

Ein Jahrhundertereignis wird eingeläutet

Von Natalie Lux

Ein Augenblick wie dieser kehrt nur alle paar Hundert Jahre wieder. Die Borsflether durften ihn jetzt erleben: Die St.-Urban-Kirche hat neue Glocken bekommen. Nach fast 80 Jahren mit Ersatzglocken aus Eisen rufen künftig wieder traditionell gegossene Exemplare aus Bronze die Borsflether zum Gottesdienst. „Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass unsere Zeit in Gottes Händen steht“, sagte Pastor Wolfgang Schulz, der das Geläut gemeinsam mit Propst Thomas Bergemann einweihte. Er erwartet eine Lebensdauer von rund 500 Jahren.

Die größere Glocke ist etwa 720 Kilogramm schwer, die andere wiegt 422 Kilogramm. Sie wurden im Kloster Maria Laach in der Eifel von Hand gegossen – die aufwendige Prozedur ist seit dem Mittelalter unverändert. Zusammen haben die Glocken rund 30 000 Euro gekostet. Einen Teil der Summe übernahm der Kirchenkreis Münsterdorf, der Rest wurde aus Kollekten und einer größeren Spende eines örtlichen Unternehmens finanziert. Mit einem Festzug begleiteten die Borsflether ihr neues Geläut auf einem Traktor durchs Dorf, bevor sie in die Kirche gebracht wurden. Noch im Januar sollen sie ihren Dienst aufnehmen. Künftig rufen die Glocken zum Gottesdienst, zu Taufen, Trauungen und Beerdigungen. „Wenn die Glocken läuten, heißt das, dem Ruf Jesu zu folgen“, sagte Propst Bergemann in seiner Predigt. Damit symbolisiere für ihn das Geläut auch die Aufforderung an alle Christen, für die Werte einzustehen, die Jesus vorgab – etwa, sich für Arme und Kranke verantwortlich zu fühlen. Der Propst wies zudem drauf hin, dass der Klang der Glocken auch Angst machen könne, etwa, wenn er bei Naturkatastrophen oder Krieg zu hören sei.

Die historischen Bronzeglocken wurden 1917 eingeschmolzen, da das Material im Ersten Weltkrieg gebraucht wurde. Nur die Stundenglocke von 1548 blieb verschont. Als Ersatz für die beiden anderen hatte man Exemplare aus Eisen in den Glockenturm gehängt. Diese waren im Laufe der Zeit porös geworden. „Sie sahen irgendwann aus wie ein Schweizer Käse“, beschreibt Pastor Schulz den Zustand. Schließlich wurden sie von einem Glockensachverständigen begutachtet und beanstandet. Damit war klar, dass der Kirchenvorstand neue beantragen musste, denn eine Reparatur war nicht mehr möglich. Während sich die Gemeindeglieder noch über ihre neuen Bronzeschätze freuen, hat der Kirchenvorstand bereits das nächste Großprojekt im Blick: Die Orgel hat eine Sanierung nötig.

Die Borsflether (Bild links) begleiten ihre neuen Glocken durch den Ort. Pastor Wolfgang Schulz (Bild rechts) weiht sie im Gottesdienst ein. Der Kirchenvorstand (Bild oben) mit der alten Glocke, die jetzt ausgedient hat.