Weltläden

Fairer Handel: Praktischer Dienst am fernen Nächsten

Im Fairen Handel bekommen die Produzenten in den Entwicklungsländern einen gerechten Lohn, dazu werden vielfach soziale Projekte gefördert. Frau und Mann werden im Arbeitsgeschehen gleich behandelt und bezahlt, es gibt keine Kinderarbeit. Der Faire Handel wirkt für ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Nord und Süd und will die Benachteiligungen der armen Länder im Welthandelssystem überwinden helfen.
In Deutschland sind Aktivitäten zum Fairen Handel Anfang der siebziger Jahre entstanden, wobei die Kirchen von Anbeginn an zu den wichtigsten Förderern gehören. Kirchliche Hilfswerke wie „Brot für die Welt“, der „Evangelische Entwicklungsdienst“ oder „Misereor“ unterstützen verschiedenste Fair-Handels-Initiativen und -strukturen und sind selbst in zahlreichen Formen aktiv.

Fairer Handel ist praktischer Dienst am fernen Nächsten.

Oder wie es der brasilianische Bischof Dom Helder Camara einmal formuliert hat: „Wenn die Menschen in den armen Ländern gerecht bezahlt werden, brauchen sie keine Almosen.“ Nach Deutschland werden die Produkte direkt, ohne Zwischenhändler, von über 100 Fair-Handels-Importeuren gebracht. Zu den größten zählen die „gepa“, „El Puente“ und „dwp“ (Dritte-Welt-Partner). Verkauft werden die Waren von über 850 Weltläden in Deutschland und etwa 3500 entwicklungspolitischen Aktionsgruppen. Viele Weltläden sind bei kirchlichen Einrichtungen angesiedelt. Zum Selbstverständnis der Weltläden gehört, auch Info- und Bildungsarbeit zu leisten. Europaweit sind rund 100.000 Menschen in der Weltladenbewegung tätig, die weitaus meisten ehrenamtlich.
Die Produktpalette fair gehandelter Waren umfasst Lebens- und Genussmittel, zum Beispiel Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Säfte, Wein, Zucker, Reis, Quinua, Bananen Über 70 Prozent davon sind zudem Bio-zertifiziert. Hinzu kommt eine große Vielfalt an Kunsthandwerk und anderen Non-Food-Produkten, z. B. Keramik, Glas, Schmuck, Textilien, Musikinstrumente, Spielzeug, Taschen, Körbe, Wohndekor und Blumen.

Seit Ende der 90er Jahre werden Fair-Handels-Produkte (Lebensmittel und zum Teil Blumen) auch vermehrt in Supermärkten angeboten, dort erkenntlich am „TransFair“-Siegel, mittlerweile auch bei Discountern. Insbesondere durch diesen neuen Vertriebswege verzeichnet der Faire Handel seit Jahren hohe Zuwachsraten. In Deutschland stieg der Absatz 2008 gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent, auf 266 Mio. Euro. Seit 2003 erhöhte sich der Absatz um 180 Prozent. Insgesamt etwa 1,6 Millionen Personen mit ihren Familien in den Entwicklungsländern können mittlerweile vom Fairen Handel menschenwürdig leben.

Nach einer im Frühjahr 2009 vom „Forum Fairer Handel“ erhobenen Verbraucherstudie gaben die meisten Befragten (39,1 Prozent) zu der Frage „Wie würden Sie sich zur Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern engagieren?“ das Kaufen fair gehandelter Produkte an. Auf Platz zwei folgte das Spenden für Hilfsorganisationen (31 %).
Trotz der Umsatzsteigerungen, übrigens auch in vielen anderen Ländern, macht der Faire Handel am gesamten Welthandel bislang nur etwa 0,01 Prozent aus. Es bleibt also noch viel zu tun, um das ursprüngliche Ziel der Fair-Handels-Bewegung, die ungerechten Strukturen des Welthandels grundsätzlich zu fairändern. Eine wichtige Rollen spielen dabei die Verbraucherinnen und Verbraucher mit ihrem Konsumverhalten.

Weltläden im Kirchenkreis

Innenstadtgemeinde

Weltladen im Gemeindehaus, Kirchenstraße 10, Itzehoe.
Sortiment: Kaffee, Tee, Süßigkeiten, weitere Nahrungsmittel, Schmuck, Handtaschen, Geschenkartikel.

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag und Donnerstag bis Samstag 10 bis 13 Uhr, Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 15-18 Uhr

Bildungsarbeit:Angebot für Gruppen zu verschiedenen Themen zum fairen Handel

St. Ansgar-Kirche,Wilhelmstraße 4, Itzehoe.
Verkauf nach den Gottesdiensten und bei Veranstaltungen
Sortiment: Kaffee, Tee, Honig, Schokolade und andere Süßigkeiten

St.-Jakobi-Gemeinde

Gemeindezentrum, Viertkoppel 13, Itzehoe
Sortiment: Kaffee, Tee, Süßigkeiten, weitere Nahrungsmittel, Schmuck, Tücher.

Verkauf sonntags nach dem Gottesdienst (ca. 11 Uhr)

Münsterdorf

Gemeindehaus, Kalandstraße 1, Münsterdorf.
Sortiment: Kaffee, Tee, Süßigkeiten.

Verkauf sonntags nach dem Gottesdienst sowie während des monatlichen Seniorenessens am Sonnabend.

Oelixdorf

St.-Martin-Kirche, Bornstücken 6, Oelixdorf.
Verkauf nach Gottesdiensten, bei Veranstaltungen und zusätzlich nach Absprache.

Sortiment: Kaffee, Tee, Süßigkeiten, Körbe und Taschen, Lederwaren, Schmuck, Porzellan- und Glaswaren, Wein, Gewürze, Spielwaren, Accessoires, Kunsthandwerk, Glückwunschkarten, Gutscheine.

Weitere Informationen: http://www.kirche-oelixdorf.de/

Weitere Verkaufsstelle: Kita Unter den Linden (zu den Öffnungszeiten).

Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde

Schauenburger Straße 33, Itzehoe.

Verkauf nach dem Sonntagsgottesdienst.

Sortiment: Kaffee, Tee, Schokolade, Schmuck, Geldbörsen, Honig und Gewürze. Weitere Waren können ggf. bestellt werden.

Familienbildungsstätte, Schauenburger Straße 33, Itzehoe.

Verkauf zu den Öffnungszeiten der FBS.

Kellinghusen

EineWelt Shop & Café (Trägerschaft BiBeKu Gesellschaft für Bildung Beruf Kultur mb)
Kellinghusen, Hauptstraße 15.

Sortiment: Kaffee- und Teespezialitäten, Lebensmittel, Süßigkeiten, Geschenkartikel und mehr.

Öffungszeiten: Dienstag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr, Sonnabend 10 bis 14 Uhr

Elmshorn

Weltladen Top21, Holstenstraße 19

Sortiment: Vollsortiment an Lebensmitteln, Geschenkartikeln, Taschen, Schmuck etc.

Öffnungszeiten:Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr, Sonnabend 9 bis 13 Uhr

Regelmäßig Bildungs- und Infoarbeit

Homepage: http://www.weltladen-top21.de/Weltladen-TOP-21.html