Spiritualität und Geistliche Begleitung

Spiritualität im Alltag

Kurse zur Vertiefung des Glaubens und zur Spiritualität im Alltag gehen aus von biblischen Impulsen und erschließen im gemeinsamen Schweigegebet, im aufeinander Hören und miteinander Teilen einen Vorgeschmack von heilender Gemeinschaft. Exerzitien und andere Angebote aus dem Netzwerk Spiritualität in der Nordkirche werden vermittelt.

Pastor Willfrid Knees ist eingebunden in die St.-Nikolai-Kirchengemeinde Elmshorn und übernimmt dort im Umfang einer halben Stelle pastorale Dienste. Etwa einmal im Monat hält er dort den Gottesdienst.

 

 

Anmeldung, Kontakt und Information

Pastor Willfrid Knees
Kirchliches Zentrum Elmshorn
Kirchenstraße 1
25335 Elmshorn

Telefon: 0175 4823098
E-Mail: willfrid.knees@kk-rm.de

Angebote und Programm

Biblischer Impuls, Schweigen, Austausch, Singen, Beten, meditative Körperübungen, Segnen: mittwochs 14-tägig in der Stiftskirche Elmshorn, 19-20.30.

Zweite Gruppe in Borsfleth geplant: Thema "Was dein Herz wünscht", Kaminzimmer in der Alten Schule, gemeinsame Leitung mit der katholischen Religionspädagogin Marina Gaenslen.

Kurs zum Thema: „Credo – Glauben macht sehend.“
Orientierungsabend ist am Dienstag, den 24. September, 19 – 21 Uhr in Itzehoe, himmel + erde, Kirchenstr. 5, in Zusammenarbeit mit Pastor em. Karl-Wilhelm Steenbuck.

Aus der Bildungsarbeit - interreligiöser Dialog

Die Moschee – ein Stück Heimat in der Fremde

Die ersten Schritte im neuen Land sind unerwartet schwierig. Es fühlt sich so fremd an hier. Es ist kalt und ständig dunkel. Die Menschen reden nicht miteinander im Bus. Und wenn, dann ist ihre Sprache auch fremd. Sie sind leise. Und, wie es scheint, immer in Eile. Sie gehen so schnell. Wohin sie wohl wollen? Und wohin soll ich gehen? Vielleicht versuche ich, Freunde zu finden. Am besten, ich gehe erstmal in die Moschee. Ein Stück Heimat suchen in der Fremde. Das wird mir gut tun.

Präzise erinnert sich Abu Ahmed Jakobi an seinen Start in Deutschland. Dabei ist das 46 Jahre her. Er wollte nicht bleiben. Nur studieren und dann zurück nach Libyen. Inzwischen ist er mehrfacher Großvater – und immer noch in Deutschland. Als Dialogbeauftragter der Bündnisses muslimischer Gemeinden (Schura) bemüht er sich um interreligiösen Dialog. Und an vier Novemberabenden bemüht er sich in Itzehoe darum, den Teilnehmern der Vortragsreihe „Der Koran und die Welt des Islam“ das Leben eines Moslems in Deutschland näher zu bringen.
Mit Erfolg. Die mehr als 50 Gäste sind mucksmäuschenstill. Der Vortrag des Dozenten ist intellektuell, doch Jakobi versteht es gleichzeitig, die Zuhörer in seine Welt eintauchen zu lassen. „Wir Muslime“, so stellt er zu Beginn klar, „sind keine homogene Gruppe.“ Syrien, Iran, Indonesien, Libyen, Senegal, das seien muslimische, aber grundverschiedene Länder. „Wir Muslime leiden darunter, dass wir ständig kategorisiert werden.“
Doch in der Fremde werden Religion und der Besuch der Moschee verbindende Elemente. Und zwar auch für die, die zu Hause gar nicht sonderlich religiös waren. „Die Moschee ist ein Heimatersatz. Das galt schon für die ersten Gastarbeiter.“ Und da diese nur vorübergehend in Deutschland zu bleiben planten, waren die ersten Moscheevereine nicht auf Kontakt mit den Einheimischen ausgelegt. Das habe sich inzwischen vielerorts geändert.
Das Auswandern beschreibt Jakobi in drei Phasen: „Erst verändert man sich in kleinen Schritten, die einem gar nicht bewusst werden. Gleichzeitig verändert sich die Heimat. Ebenfalls ganz langsam. Der Weggezogene beginnt jedoch, die Heimat zu idealisierten – und bekommt einen Kulturschock, wenn er zurückkehrt.“
Nicht mehr Araber, noch nicht Deutscher. Viele Immigranten finden sich irgendwo im luftleeren Raum zwischen zwei Kulturen wieder. Ist das der Punkt, an dem Radikalisierung oder gar Terrorismus entsteht? Ja, genauso könne das laufen, meint der Imam. „Manche Jugendliche radikalisieren sich vor dem Computer“. Einige bastelten sich regelrecht ihre eigenen Glaubensweisheiten aus YouTube-Videos zusammen. Das, betont der Geistliche, sei nicht der Islam, den die Eltern ihren Kindern beigebracht hätten. Und: Es passiere oft hier, nicht im Irak und nicht in Syrien. Eine solide und gute Glaubensschule sei daher ein Muss.
Und, in der globalisierten Welt, ist der interreligiöse Dialog wichtiger denn je. „Ich kriege Fragen gestellt, die meine Glaubensbrüder nicht fragen. Durch den Dialog wird auch meine eigene Kultur, mein eigener Glauben deutlicher“. Und er fügt mit entschlossener Stimme hinzu: „Interreligiöser Dialog ist heut ein Muss, kein Luxus.“
So sieht das auch Propst Dr. Thomas Bergemann, Ev.-Luth. Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf. „Wenn Christen und Muslime in Frieden miteinander leben wollen, müssen sie voneinander wissen. Für Christen ist es daher gut, sich über den Koran zu informieren - genauso wie umgekehrt Muslime über die Bibel. Um zwei Dinge muss von beiden Seiten immer wieder gerungen werden: Verständigung und Toleranz.“

►Die vierteilige Vortragsreihe wurde konzipiert und organisiert von Pastor Willfrid Knees und Pastorin Birgit Dušková. Kooperationspartner ist die Diakonie Schleswig-Holstein.
Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration