Kirchenmusik

Kirchenmusiker im Kirchenkreis

Im Kirchenkreis gibt es derzeit drei Arbeitsstellen für A-Musiker und sechs B-Musiker-Stellen.

Unsere A-Musiker (4- bis 6-jähriges A-Studium oder Zusatzstudium für B-Kirchenmusiker für den hauptberuflichen Dienst an Hauptkirchen mit besonderen künstlerischen Schwerpunkten):

Joachim Poelchau, Kreiskantor in Elmshorn

Dörthe Landmesser, Kantorin und Organistin in der Innenstadtgemeinde Itzehoe

Kristian Schneider, Kreiskantor in Elmshorn

Unsere B-Musiker (vierjähriges Studium mit B-Prüfung für den hauptberuflichen Dienst):

Hartwig Barte-Hanssen, Wilster

Reinhard Deseniß, Barmstedt

Florian Hanssen, Glückstadt

Christoph Jacobi, Kellinghusen

Matthias Menzel, Horst

Kerrin Otte, Hohenlockstedt und Region Nord-Ost

Dr. Stephan A. Reinke (Popularmusik), Region Itzehoe

In manchen Gemeinden sind zudem C-Musiker (etwa zweijähriger Besuch eines C-Seminars oder Studium an einer Kirchenmusikschule mit C-Abschluss für den nebenberuflichen eigenverantwortlichen kirchenmusikalischen Dienst) und D-Musiker (Kirchenmusiker mit Ausbildung im Kirchenkreis und Prüfung) tätig.

Kreiskantorat

Das Kreiskantorat hat unter anderem die Aufgaben, das kirchenmusikalische Leben zu fördern, das Kirchenkreis-Musikkonzept umzusetzen und die Kirchenmusik mit den Vertretern der Landeskirche zu vernetzen. Ferner übernehmen die Kreiskatoren die Fachaufsicht über die Kirchenmusiker im Kirchenkreis und beraten in kirchenmusikalischen Angelegenheiten.Unsere beiden Kreiskantoren sind:Isolde Kittel-ZererHögertwiete 32, 25337 ElmshornTelefon: 04121 787368Mobil: 0177 8593006E-Mail: zererkittel@aol.com

Kristian Schneider

Die Kirchenmusik im Gottesdienst

Die Musik im Gottesdienst besteht aus Elementen der Liturgie, der künstlerischen und/oder der liturgischen Musik. Zum Beispiel: Präludium, Interludium, Intonationen, Choralvorspiel, Chormusik, Kammermusik, Musik „sub communionem“ (Musik zur Kommunion/zum Abendmahl), Postludium und dem Gemeindegesang (dem Kirchenlied oder dem Choral).

Historisch und an der Liturgie der Messe gemessen, sind historische Liturgieelemente ihrem Wesen nach in musizierender Form, etwa die zum Proprium Missae (kirchenjahreszeitlich wechselnde Texte), Introitus (Eingangspsalm), Graduale oder Halleluja(-vers), vor allem jedoch der Psalm, der bereits auf biblischer Grundlage gesungenes Gebet ist. Diese gehören auch zugleich zu den ältesten Teilen der Liturgie. Das lutherische Verständnis der Messe bezieht in großem Anteilen gerade auch über den Gesang die ganze Gemeinde in den Dienst der Verkündigung oder des (gesungenen) Gebetes mit ein.

Einen Teil der traditionellen Gesangsbegleitung der Gemeinde im Gottesdienst ist die Liedbegleitung durch die Orgel (liturgisches Orgelspiel), es sind aber auch andere Formen der Gesangsbegleitung mit allen anderen Instrumenten und Stilformen (bis zur Band; mit E-Orgel, Schlagzeug, Bass und evtl. Gitarre im Gospel-Gottesdienst obligatorisch) heute denkbar.

Der gottesdienstliche Gesang der Gemeinde kann also begleitet oder unbegleitet, einstimmig oder mehrstimmig sein. Teilweise wird aus liturgischen oder historisierenden Gründen auch heute noch auf unbegleitete Einstimmigkeit Wert gelegt. Die historisierende einstimmige Form des Gesanges, gelegentlich noch gebräuchlich etwa beim Wechselgesang des Kyrie zwischen Kantor und Gemeinde, geht auf die alte Praxis der so genannten Gregorianik als Grundlage der katholischen Kirchenmusik zurück. Allerdings entstand auch gerade hieraus die Mehrstimmigkeit, nämlich um 900 mit dem Organum, der Wurzel der mehrstimmigen mittelalterlichen Motettenkunst mit ihrem Höhepunkt im 12. und 13. Jahrhundert. Mit Ausnahme gewisser historisch verbriefter Bestrebungen, etwa die Orgelmusik in Kirchen ganz zu verbieten und Kirchenmusik verschiedensten Sanktionen zu unterwerfen, erfreute sich im Gegensatz dazu die Geschichte der gottesdienstlichen Kirchenmusik immer schon glanzvollster Formenvielfalt und sie belegt epochenweise große Freiheit in den Musizierformen und der Art der Gesangsbegleitung.

Besondere Aufmerksamkeit aus der lutherischen Kantoreipraxis hierbei verdient das Alternatim-Musizieren, in der verschiedene Formen der Liedbearbeitung und Begleitung von (Lied-)Vers zu Vers abwechseln und bei welcher im Gefolge der Reformation erwachsene Laien, Jugendliche und Kinder musik- und gemeindepädagogisch wertvollen Anteil hatten.

In den letzten Jahrzehnten ist es zu einem starken Liedaustausch zwischen den deutschsprachigen Ländern gekommen. Gleichsam weisen heutige Gesangbücher wie Gotteslob oder Evangelisches Gesangbuch auch eine Vielfalt ökumenischer Lieder und Lieder aus aller Welt auf.

Immer häufiger findet sich im Gottesdienst aber auch so genannte „populäre“ christliche Musik wieder, seit über 40 Jahren existiert in Deutschland eine christliche Popmusikszene.

(Quelle: "Wikipedia")

Die Anfänge

Die evangelische Kirchenmusik wurde durch Martin Luther, Thomas Müntzer und den protestantischen Kantor Johann Walter begründet. Sie verwendeten das Wort „Kirchenmusik“ jedoch nicht. Es ging um die Musik als Schöpfergabe, speziell für den gottesdienstlichen Gebrauch. Im Mittelpunkt standen der deutschsprachige Choral und der Gemeindegesang.
Auch innerhalb der reformatorischen Täuferbewegung entstanden eine Reihe neuer Kirchenlieder, die später im Ausbund abgedruckt wurden.
Wegen der Gefahr, dass der ästhetische Genuss die inhaltliche Botschaft verdrängen könne, verbannte Ulrich Zwingli die Kirchenmusik zeitweise völlig aus dem Gottesdienst der Reformierten Kirche.
Johannes Calvin ließ den einstimmigen Gemeindegesang unter strengen Auflagen wieder zu. Aber erst nach seinem Tod fanden schlichte vierstimmige Chorsätze (Genfer Psalter) ihren Platz im reformierten Gottesdienst.

Die weitere Entwicklung bis zum 19. Jahrhundert

Die Eigenständigkeit der evangelischen Kirchenmusik entfaltet sich an dem, zunächst an mittelalterliche Formen anknüpfenden, lutherischen Kirchenlied. Die typische Lesungsmusik waren oft vertonte Evangeliensprüche.
Mitte des 17. Jahrhunderts entstand mit den Abendmusiken an der Marienkirche in Lübeck unter den Marienorganisten Franz Tunder und Dietrich Buxtehude die erste Reihe von kirchlichen Konzertveranstaltungen außerhalb des Gottesdienstes, für die sie speziell komponierten.
Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dann schließlich der Begriff „Kirchenmusik“ eingeführt. Doch er sollte lediglich die Funktion der Musik beschreiben, jedoch nicht den Stil.
Während der Aufklärung verfielen die alten gottesdienstlichen Formen, die alten Kirchenlieder wurden modernisiert und es kam allgemein zur Emanzipation des Geisteslebens. Die Aufklärung war somit eine Epoche des Niedergangs der Kirchenmusik.
Durch die romantische Restauration im 19. Jahrhundert gab es zwar eine Rückkehr zur Überlieferung. Jedoch versuchte man nur Vergangenes wiederherzustellen. Die Folge war, dass sich die evangelische Kirchenmusik nun selbst ins Abseits der allgemeinen musikalischen Entwicklung gestellt hatte. Das äußerte sich auch im Komponierverhalten großer Komponisten jener Zeit, wie Mendelssohn Bartholdy oder Brahms, die kaum Kirchenlieder komponierten.

Die Kirchenmusik im 20. Jahrhundert

Verbunden mit der liturgischen Erneuerung gab es in den 1920er und 1930er Jahren auch eine kirchenmusikalische Erneuerungsbewegung mit dem Ziel einer neuen Heiligung der gottesdienstlichen Musik, orientiert an der Reformation und der Musik des deutschen Hochbarock, unter Ausschluss subjektiver Romantizismen.
Seit Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 kam es zu einer großen Entfaltung der Kirchenmusik. Die Voraussetzung dafür war die Wiederherstellung eines hauptberuflichen Kantorenstands.
Ab der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts führte die Komplizierung der Kompositionsverfahren zu einem neuen Auseinandertreiben zwischen kirchenmusikalischer Moderne und gottesdienstlicher Gebrauchsmusik.
Im Zuge der allgemeinen Entwicklung der Musik hielten Elemente aus der Popularmusik Einzug in die Kirchenmusik. Vor allem in den 1960er Jahren kam es zu zahlreichen Neuschaffungen von Kirchenliedern, von denen einige – wie das bekannte „Danke-Lied“ – sofort immens populär wurden. Titel wie „Jazzmesse“ versuchten Inspiration durch den Jazz zu suggerieren, aber faktisch ist ein großer Teil der damals unter solchem Rubrum entstandenen Musik nicht eigentlich durch Jazz, Beat oder Rock beeinflusst. Insofern diese Musik während eines Gottesdienstes und dazugehörend aufgeführt wird, ist sie als Kirchenmusik zu bezeichnen (siehe Neues Geistliches Lied). Dazu rechnet auch die auch außerhalb der USA immens beliebt gewordene Gospelmusik, die aus dem Negro Spiritual hervorgegangene sakrale Urform des Soul.

(Quelle: "Wikipedia")