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16.02.16 [13:44 Uhr] Alter: 227 Tag(e)
Das Erbe des Dritten Reichs in Itzehoe und Elmshorn

Wanderausstellung macht Station im Kirchenkreis. Eröffnung in Itzehoe: Freitag, 26. Februar, 19 Uhr, St. Laurentii.

Alles neu nach 1945? Itzehoe 1954.

Alles neu nach 1945? Oder hat der Geist des Dritten Reiches mancherorts überlebt - in Itzehoe vielleicht, oder in Elmshorn? Mit der Ausstellung „Neue Anfänge nach 1945?“ möchte der Kirchenkreis die jüngste Kirchengeschichte entdecken. Die Innenstadtgemeinde Itzehoe und die Emmausgemeinde Elmshorn geben der Ausstellung Raum: Vom 26. Februar bis 14. März in St. Laurentii und vom 18. März bis 3. April in der Stiftskirche (Programm: siehe Kasten).
Der Ausstellung zugrunde liegt ein Forschungsprojekt, das bundesweit als einmalig gilt: 2008 beauftragte die damalige Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche den Historiker Dr. Stephan Linck damit, den Spuren kirchlicher NS-Vergangenheit bis ins Jahr 1985 zu folgen. Linck ist seit 2015 Studienleiter für Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit an der Evangelischen Akademie der Nordkirche.
In sechs Themenfeldern dokumentiert die Ausstellung die nationalsozialistische und die Nachkriegsvergangenheit der evangelischen Landeskirchen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Unter anderem geht es darum, wie nach den Erfahrungen mit dem totalitären Staat um Wesen und Gestalt der Kirche gerungen wurde. Wie konsequent versuchte man, mit der menschenverachtenden NS-Ideologie zu brechen? Gezeigt wird der mühevolle Weg von Auseinandersetzung und Dialog über Jahrzehnte, der schließlich zu einer Veränderung der Kirche führte.
An jedem Ausstellungsort erarbeiten Vorbereitungsgruppen gemeinsam mit Linck ein „lokales Fenster“ - so auch in Itzehoe und Elmshorn. Höhepunkt des Begleitprogramms in Itzehoe ist eine kontroverse Podiumsdiskussion, unter anderem mit Pastor em. Jens Motschmann, der in der Nachkriegszeit in Itzehoe tätig war. In Elmshorn gibt es unter anderem ein Erinnerungscafé und einen Filmabend. Landesbischof Gerhard Ulrich betonte zur Eröffnung der Ausstellung in Hamburg: „Die schuldbeladene Geschichte der nordelbischen Landeskirchen in der NS-Zeit und den Umgang damit nach 1945 aufzuarbeiten, bleibt eine Aufgabe auch für uns als Kirche der nachfolgenden Generationen.“

PROGRAMM

Itzehoe
●Eröffnung:
Freitag, 26. Februar, 19 Uhr.
● Podiumsdiskussion:
Mittwoch, 2. März, 19.30 Uhr
● Thematische Gottesdienste:
Sonntag, 28. Februar, 10 Uhr mit Propst Dr. Thomas Bergemann
Sonntag, 13. März, 10 Uhr mit Pastor Georg Alexy

● Öffnungszeiten: Fr. 26.2./19 Uhr Eröffnungsfeier, Sa. 27.2./10 -13 Uhr, Mi. 2.3./19.30 Uhr Podiumsdiskussion, Do. 3.3./15.30 -17.30 Uhr, Fr. 4.3./ 15.30 -17.30 Uhr, Sa. 5.3./10 -13 Uhr, Do.10.3./15.30 -
17.30 Uhr, Fr. 11.3./15.30 -17.30 Uhr, Sa. 12.3./10 -13 Uhr und nach den Gottesdiensten.
Elmshorn
●Eröffnung mit Einführungsvortrag von Dr. Stephan Linck
Freitag, 18. März, 18 Uhr
● Film: „Der Staat gegen Fritz Bauer“, Karfreitag, 25. März // 20 Uhr, St. Nikolai, Alter Markt.
●Erinnerungscafé
Donnerstag, 31. März, 16 Uhr im Gemeindesaal Friedensallee mit Pastor Burkhard Friedrich
● Öffnungszeiten im März: 18./Eröffnung ab 18 Uhr, 19./11-13 Uhr, 21.-23./17-19 Uhr, 24./ Tischabendmal ab 19 Uhr, 25./Kreuzwegstation ab 17 Uhr, 26./11-13 Uhr, Ostersonntag, 27./11-13 Uhr, 29.+30./17-19 Uhr, 31./Erzählcafé ab 16 Uhr; im April: 1./17-19 Uhr, 2./11-13 Uhr, 3./Finissage ab 11.30 Uhr

Kategorie: Aus dem Kirchenkreis